Geisterdorf

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Italien März 17

Sonntag, 4. Februar 2018

DRACULA (1958)















DRACULA

Großbritannien 1958
Regie: Terence Fisher
DarstellerInnen: Peter Cushing, Christopher Lee, Michael Gough, Melissa Stribling, Carol Marsh, Olga Dickie, John Van Eyssen u.a.


Inhalt:
Jonathan Harker möchte Graf Dracula in dessen Schloss besiegen. Doch sein Vorhaben ist nicht von Erfolg gekrönt und er stirbt. Seine Verlobte Lucy liegt währenddessen mit einer seltsamen Erkrankung, ähnlich einer Anämie, darnieder. Lucys Bruder und seine Frau sind überfordert, der behandelnde Arzt ratlos. Glücklicherweise taucht Jonathans Weggefährte Dr. Van Helsing auf. Er hat Jonathas Tagebuch gelesen und nimmt den Kampf gegen die böse Kreatur der Nacht auf...


Vertrauenswürdig: Van Helsing (Peter Cushing)


Die Bestie zeigt sich


Bram Stokers Roman "Dracula" aus dem Jahre 1897 machte den Vampirmythos populär und Erzählungen über blutsaugende Untote salonfähig. Bis zum heutigen Tag liefert Stokers Erzählung Grundlage für diverse Romane, Gedichte, Filme, Songtexte und sogar Musicals.
Vampire sind schon vor langer Zeit im Mainstream angekommen und die Geschichten über diese unheimlichen Wesen scheinen ebenso unsterblich zu sein wie sie selbst.

Doch zurück zum Anfang. Nach Friedrich Wilhelm Murnaus Roman getreuer Verfilmung "Nosferatu" versuchten sich Regisseur Tod Browning und einige andere Filmemacher an der Legende über menschenähnliche Blutsauger.
Was die Hammer Studios schließlich im Jahre 1958 mit Bram Stokers Erzählung anstellten, brachte eine innovative Nuance in die althergebrachte Geschichte.
Terence Fisher und Co. klopften den Staub vom Buchumschlag, befreiten den Einband von Spinnweben und entfernten einige der stark angegilbten Seiten.
Das Ergebnis war der erste farbige, inhaltlich modernisierte "Dracula", der zugunsten von rasanter Handlung auf den etwas subtileren Grusel verzichtet.
Die mit offensichtlicher Liebe zum Detail gestalteten Kulissen – das Schloss, die modrigen Keller, die geschwungenen Säulen, das klassische Interieur, der dichte Nebel und die Spinnweben tragen wie die SchauspielerInnen dazu bei, dass dieses Werk nicht nur einen Platz im Museum of Modern Art Tokyo, sondern auch im Herzen vieler Fans hat.

Peter Cushing mit seinem stechenden Blick und den markanten Gesichtszügen strahlt als Van Helsing so viel Sicherheit und Autorität aus, dass man sich ihm einfach anvertrauen muss.
Er ist kein zerstreuter Professor, sondern ein kämpferischer und fest entschlossener Van Helsing.
Die Vampirinnen sind unheimlich. Sie sehen aus wie gewöhnliche Frauen, doch sobald sie sich unbeobachtet fühlen, reißen sie die Augen auf und gucken übelst hinterhältig und unheimlich drein.
Christopher Lee wirkt absolut wie der Wolf im Schafspelz. Er mimt keinen verweichlichten, romantischen Dracula (wie er leider in späteren Filmen oft dargestellt wird), sondern eine als zivilisierter Mensch getarnte wilde Bestie.
Er gibt sich relativ wortkarg und wenn er Blut wittert, bricht seine animalische Seite durch die geglättete Oberfläche. Mit seinen blutunterlaufenen Augäpfeln und dem zur Grimasse verzerrten Gesicht entweicht die (vorgetäuschte) Menschlichkeit aus seinen Zügen.

Terence Fishers "Dracula" ist trotz Farbenpracht und Spannung ein düsterer Film. Zu Recht ein Klassiker des Schauerfilms, der das Herz eines jeden Gruselfans vielleicht nicht im Sturm erobert, aber vielleicht zwei verdächtige Male am Hals zurücklässt. Dracula verwandelt seine Opfer schließlich auch nicht beim ersten Biss...




Foto: Blu Ray von Anolis (Hammer Collection)