Montag, 28. März 2016

IL DELITTO DEL DIAVOLO - LE REGINE (1970)














QUEENS OF EVIL
Frankreich, Italien 1970
Regie: Tonino Cervi
DarstellerInnen: Ray Lovelock, Ida Galli (Evelyn Stewart), Silvia Monti, Haydeé Politoff, Gianni Santuccio, Guido Alberti u.a.


Inhalt:
Hippie David reist auf seinem Motorrad durch die Lande und genießt seine Freiheit. Auf einer verlassenen Straße trifft er nächtens auf einen dekadent wirkenden Fremden im Anzug, dessen Rolls Royce offenbar eine Reifenpanne hat. Es ergibt sich ein seltsames Gespräch zwischen den beiden ungleichen Männern, in dem der arrogante Fremde Davids Weltanschauungen und dessen Hippie-Dasein in Frage stellt und schließlich über den Teufel philosophiert. Nachdem David dem Mann aus der Patsche geholfen hat, findet er in seinem eigenen Reifen einen Nagel. Als er den rätselhaften Anzugträger zur Rede stellen will, kommt es zu einem folgenschweren Unfall, nach dem der Mann im Luxusauto leblos in seinem Wagen zurück bleibt. David flüchtet an einen See inmitten eines Waldes, wo er in einem nur scheinbar verlassenen Haus auf drei geheimnisvolle und verführerische Schwestern trifft. Was er nicht ahnt: Samantha, Bibiana und Liv sind böse Hexen, die es auf seine Seele abgesehen haben...


David: Essen schaufeln als gäbe es kein Morgen


Die Schwestern Bibiana, Liv und Samantha (v.l.n.r.)


Diese rare Mystery Parabel übte bereits beim ersten Blick eine starke Faszination auf mich aus. Und das, obwohl ich den Film anno dazumal in Aquarell ähnlicher VHS-Qualität gesehen habe. Das Bild war dermaßen verwaschen, dass ich in einigen Szenen ernsthafte Schwierigkeiten hatte, Ida Galli und Silvia Monti auseinander zu halten. Eine Schande!
Glücklicherweise gibt es seit Sommer 2010 zumindest eine italienische DVD, deren Bildqualität absolut annehmbar ist. Und genau diese Verbesserung war noch das letzte Quäntchen zum Glück. Das gewisse Etwas, das mir gefehlt hatte, um den Film endgültig in mein Herz zu schließen und um ihn mir in regelmäßigen Abständen zu Gemüte zu führen.

"Il delitto del diavolo" ist weder besonders spannend noch steht der Horroraspekt im Vordergrund der Geschichte.
Dafür ist er wahre Seelen-Wellness. Die Formulierung "die Seele baumeln lassen" in Bilder gefasst. Abseits jeglicher Zivilisation und Alltagsstress lebt David (Lovelock) in Gesellschaft der Schwestern Bibiana (Galli), Liv (Politoff) und Samantha (Monti) in den Tag hinein. Der Tisch im Wald-Häuschen ist stets üppig gedeckt und die attraktiven Bewohnerinnen vom Haaransatz bis zu den Zehenspitzen durchgestylt.
Ihre Frisuren, Perücken, Make-Up und Kleidung ändern sie nach Belieben, manchmal auch mehr als ein Mal am Tag. Lassen wir Samantha selbst zu Wort kommen:
"Just because we live in the middle of the woods doesn't mean we don't know the latest style!"
Dies stellen die drei Frauen höchst anschaulich unter Beweis.

Die Grenzen zwischen Traum, Illusion und Realität sind kaum mehr wahrnehmbar. Das Sonnenlicht, das durch die dichte Blätterdecke der Baumkronen fällt und ab und an von Nebelschleiern durchzogen wird sowie wabernde Dunkelheit und das Echo der sirenenhaft lockenden und lachenden Frauen erzeugen eine surreale Atmosphäre. Das umwerfende Set-Design und die bunten Body-Paintings tragen ihr Übriges dazu bei.
Der Soundtrack untermalt die Bilder vortrefflich. Dabei changiert er zwischen dramatisch-düsteren Chorälen ("Dies irae"), traumtänzerisch-nostalgischen Melodien und an Bob Dylan erinnernde Songs, die eine Woodstock-Aura heraufbeschwören.
Die beiden Titel "We love you underground" und "Swimming" (ergreifendes wehmütiges Weltschmerz-Ahaha-haha-hahaaaaa-dadadadadadaaa") wurden von Ray Lovelock höchst persönlich eingesungen. Das Gitarren Geschrammel und sein zartes Stimmchen wecken Erinnerungen an die Love, Peace und Rock'n Roll- Generation. Bei diesem Sound sieht man vor seinem geistigen Auge unwillkürlich die wilden Langhaarigen mit bunten Blumenkränzen auf dem verfilzten Haupt Gitarre spielend mit einem Joint im Mundwinkel am Lagerfeuer sitzen.
"We love you underground" ist ein Titel, den ich in mehrfacher Hinsicht absolut bezeichnend für die Handlung finde. Einerseits kann man ihn passend zur Story im übertragenen Sinne interpretieren, andererseits ist es doch tatsächlich wörtlich gemeint. Lovelock hat diesen Song nämlich während eines Aufenthalts in London selbst geschrieben und bezieht sich im Text auf die U-Bahn der englischen Metropole.
Dies ist an Naivität und infantiler Schwärmerei kaum zu überbieten und passt somit wie die Faust auf's Auge zu der Rolle des leichtgläubigen Hippies David.

Die Natur rund um den malerischen See und die Innenarchitektur des Hexenhäuschens kreieren ein Ambiente, das zum Verweilen einlädt. Nur allzu nachvollziehbar, dass der sich selbst als Nonkonformist präsentierende David trotz Freiheitsdrang nicht so schnell von diesem Ort weg möchte.
Er lässt sich bereitwillig von den Herrinnen des Hauses verführen und gibt sein ursprüngliches Wertesystem zugunsten von bequemer Trägheit nach und nach auf.
Doch wer könnte ihm diese mangelnde Disziplin beim Anblick von Ida Galli, Silvia Monti und Haydeé Politoff denn bitte ernsthaft vorwerfen?

Neben den selbstbewussten Frauen, die abwechselnd mit sinnlicher Erotik und Unnahbarkeit kokettieren, wirkt der niedliche Sonnyboy David wie ein eingeschüchterter unerfahrener Junge.
Wenn er beim üppigen Frühstücksbuffet (vorwiegend aus mehrstöckigen Torten bestehend) mit dem Oberkörper fast auf dem Tisch liegt und den Kuchen von Hand in sich reinschaufelt als wäre er just vor dem Hungertod errettet worden, verkörpert er neben den kultivierten Schwestern einen ungehobelten Bauerntölpel und demonstriert den Verfall der (guten) Sitten.
Obwohl David zu Beginn noch das Konzept der freien Liebe schön redet und schelmisch lächelnd erklärt, dass er keiner Frau treu sein kann, weil er sonst alle anderen Frauen dieser Welt betrügen würde, reagiert er etwas pampig als sich herausstellt, dass Samantha ihren Schwestern vom amourösen Abenteuer am See erzählt hat.
Irgendein Teil in ihm scheint doch noch nicht ganz gefestigt zu sein in seiner Flower-Power Ideologie. Freie Liebe und Freiheit des Geistes, Unabhängigkeit vom bürgerlichen Leben und Kritik am gesellschaftlichen Wertesystem sind für David richtungsweisend. Doch entpuppen sich diese als leere Phrasen und Einstellungen, die er offenbar schnell über Bord wirft, sobald ihm eine verführerische Alternative präsentiert wird.


Meisterinnen der Verführung


Geflissentlich überhört er die warnenden Rufe des Käuzchens vor dem Haus und übergeht alle mysteriösen Vorkommnisse und das ab und an dezent bedrohliche Gebaren der Schwestern.
Der eindringlichen Warnung des Fremden "Pleasure will enchain your entire being. Your flesh and your spirit!" hätte David besser mal Glauben schenken sollen. Die in ihm erweckte süße Begierde entpuppt sich tatsächlich als Fessel des Geistes.
Im Kern der Geschichte geht es natürlich um die Verlockung des Teufels zur Sünde (Völlerei, Faulheit, Fleischeslust) und die mangelnde Prinzipientreue der Menschen.
Mystik, Märchen und christliche Symbolik (Essen der verbotenen Frucht, der Baum der Erkenntnis) verquicken sich in "Il delitto del diavolo" zu einem sinnlichen Märchen für Erwachsene.
Die konservativen Mächte bemühen sich im Widerstreit mit den jüngeren Generationen die Nase vorn zu haben und die Blumenkinder-Bewegung zu Grabe zu tragen.
Eine Warnung oder eine Prophezeiung für die Hippies?
Die Systemkritik geht zwar realistisch betrachtet nicht sonderlich in die Tiefe, was aber in Anbetracht des Casts, der gebotenen Bilder und der tollen Musik kaum ins Gewicht fällt.

"Il delitto del diavolo" ist ein poetischer Film, der uns verführt und zu angenehmen Wachträumen einlädt. Ein Kurzurlaub vom Lärm und der Schnelllebigkeit unseres Alltags in formvollendeter behaglicher Siebziger-Atmosphäre.
Love, Peace and Harmony to all of you!




Foto: DVD des Labels CineKult



Donnerstag, 24. März 2016

BUCHTIPP: Baal, Karin: "Ungezähmt: Mein Leben."














Auf der Blu Ray Veröffentlichung von "Arrow Video" zu "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" befindet sich ein Interview mit der Schauspielerin Karin Baal.
Zutiefst beeindruckt von den klaren, von Zynismus und intelligentem Humor strotzenden Aussagen, die sie über ihre Erfahrungen mit bzw. rund um diesen Exploitationfilm zum Besten gibt, begann ich mich mit dieser Schauspielerin zu beschäftigen.
Nach kurzer Internet-Recherche und einer Suche nach Interviews auf Youtube stieß ich rasch auf ihre 2012 erschienene Biographie mit dem wunderbaren Titel "Ungezähmt: Mein Leben."

Eigentlich wollte ich an diesem Abend noch ein paar andere Dinge erledigen, doch ich musste dieses Buch in einem Zug durchlesen.
Karin Baal gibt uns darin einen interessanten Einblick in ihr Leben als Schauspielerin sowie ihr Privatleben und natürlich das Filmbusiness allgemein.
Ihre Biographie beginnt mehr oder weniger damit, wie sie in den Fünfzigern zufällig in ein Casting stolperte und daraufhin durch den Film "Die Halbstarken" quasi über Nacht zum Star wurde.
Ohne Bitterkeit und Reue, ohne in einen Jammerton zu verfallen, berichtet sie offen und schonungslos von den vielen Tiefschlägen, Kränkungen und Enttäuschungen, die ihr in ihrem Leben widerfahren sind.
Sogar in den dunkelsten Momenten und geplagt von ihrer Alkoholsucht blieb ihr der Wille und der Mut zum Überleben, zum Kämpfen, erhalten.
Der Humor, der nicht nur in Formulierungen wie "Nur die Presse, mein wohl treuster Lebensgefährte, meldet sich regelmäßig." durchblitzt, macht das Buch zu einem äußerst kurzweiligen Lesevergnügen.

Auch wenn man nicht viele Filme mit Karin Baal kennt, ist diese Biographie ein Stück Zeitgeschichte und ein lesenswertes reflektiertes Auseinandersetzen mit den verschiedenen Rollen (damit sind nicht nur die im Film gemeint) einer faszinierenden Persönlichkeit, die am Ende des letzten Kapitels resümiert:
"Es tut gut zu sehen, dass ich die harten Zeiten überstanden habe, mich nicht habe unterkriegen lassen, im Gegenteil: gestärkt daraus hervor gegangen bin. Und ich bin noch lange nicht fertig..."

Na wenn das mal keine Ansage ist!

Samstag, 12. März 2016

SALEM'S LOT (1979)















BRENNEN MUSS SALEM
SCHRECKEN IM MARSTEN-HAUS (Alternativtitel)
USA 1979
Regie: Tobe Hooper
DarstellerInnen: David Soul, James Mason, Lance Kerwin, Bonnie Bedelia, Lew Ayres, George Dzundza, Geoffrey Lewis, Marie Windsor, Clarissa Kaye-Mason, Reggie Nalder


Inhalt:
Der verwitwete Schriftsteller Ben Mears kehrt in die Kleinstadt Salem's Lot zurück. Hier verbrachte er die ersten Jahre seiner Kindheit. Einige seiner Erlebnisse in diesem Ort waren sehr prägend. Vor allem ein traumatisches Ereignis im sogenannten Marsten Haus, erbaut von einem angeblichen Mörder auf einem Hügel über der Stadt. Um dieses Haus und seine Bewohner ranken sich schreckliche Gerüchte und Ben glaubt, als Kind dort Geister gesehen zu haben. Deshalb mietet sich der Autor in einem Gästehaus ein und intendiert, einen Roman über eben dieses Haus zu schreiben. Er trifft sich mit seinem ehemaligen Lehrer Jason Burke und verliebt sich in die brave Susan Norton, Tochter des Stadtarztes.
Kurz vor Bens Ankunft in Salem's Lot wurde das Marsten Haus an den eigenbrödlerischen Geschäftsmann Mr. Straker vermietet, der mit seinem Partner Kurt Barlow ein Antiquitätengeschäft zu eröffnen plant. Seit der Ankunft von Mears scheint irgendetwas in dem verschlafenen Nest nicht mehr zu stimmen. Ein Hund wird getötet, ein Kind verschwindet und zudem greift eine mysteriöse Blutarmut-Seuche unter den Einwohnern um sich. Was haben Straker und das Marsten Haus damit zu tun? Und wer ist dieser Kurt Barlow, den noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat?


Liebe auf den ersten Blick: Susan und Ben


Male am Hals - die Vampirseuche greift um sich


Die Vampire und ich


Ich war noch im Grundschulalter, als ich diese TV-Miniserie zum ersten Mal gesehen habe. "Brennen muss Salem" wurde in den Achtzigern in zwei Teilen im Fernsehen ausgestrahlt.
Meine persönliche Vorstellung von Vampiren wurde dadurch nachhaltig geprägt. Auch heute noch bevorzuge ich generell Filme, in denen Vampire grimmige Monster und keine Rüschenhemd tragenden geschwätzigen Verführer oder trendige Außenseiter in schicken Lederjacken ("The Lost Boys") sind.
Für mich müssen Vampire wilde Monster sein, die Furcht erregend aussehen und keine halben Witzfiguren (wie in "Fright Night - Die rabenschwarze Nacht" oder "Tanz der Vampire"), die außerdem geeignet wären als Werbemodels für Zahnpasta. Die erwähnten Beispiele seh ich mir zwar an, aber sie begeistern mich nicht in dem Ausmaß wie andere Genrefilme.
Kurz und gut: Das Bild von Vampiren, das in der Popkultur vorherrschend ist, entspricht schlicht und einfach nicht meinem Geschmack. Ich mag es, was dieses Genre anbelangt, gerne etwas dreckiger und archaischer.
Murnaus "Nosferatu" ist mein (Anti-)Held. Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel.


Romane und (Vampir-)Filme


Mit der Verfilmung des Stephen King Romans "Carrie" landete Brian De Palma 1976 einen großen Publikums-Hit. Da war es natürlich mehr als naheliegend, den zweiten Roman des Erfolgsautors ebenfalls für die große Leinwand zu adaptieren.
Die Produzenten von "Brennen muss Salem" planten dafür ursprünglich einen Spielfilm unter der Regie von George A. Romero. Doch als kurz darauf "John Badham's Dracula – Eine Love Story" (1979) und Werner Herzogs "Nosferatu – Phantom der Nacht" (1979) angekündigt wurden, verwarfen sie ihr Projekt und entschieden sich für das Format der Mini-TV-Serie.
Mit Tobe Hooper, der 1974 mit "The Texas Chainsaw Massacre" für großes Aufsehen gesorgt hatte, konnte ein namhafter Regisseur an Bord geholt werden.
Die Unterschiede zur Romanvorlage sind bei "Brennen muss Salem" weitaus eklatanter als bei "Carrie – des Satans jüngste Tochter". Vor allem die Darstellung des Obervampirs Kurt Barlow weicht stark von der von Stephen King charakterisierten Figur ab. Doch etwas künstlerische Freiheit schadet bei Literaturverfilmungen nicht, wie Stanley Kubrick 1980 mit "Shining" eindrucksvoll unter Beweis stellen sollte.


Atmosphärisches und visuelles Meisterwerk


Was "Brennen muss Salem" zu etwas Besonderem macht, ist die Aura von Dunkelheit und das drohende Unheil, das permanent über der Kleinstadt und ihren Einwohnern zu schweben scheint.
Die Apokalypse, die über Salem's Lot hereinbricht, ist für Ben Mears und andere vorhersehbar und gleichzeitig fatalerweise unaufhaltsam.
Bereits seit der Ankunft des geheimnisvollen Mr. Straker scheint sich Unheilvolles über der verschlafenen Kleinstadt zusammen zu brauen.
Die nächtliche Finsternis mutet an diesem unglückseligem Ort noch finsterer an, die Nebelschwaden noch dichter und die Wolken, die wie aus dem Nichts auftauchen und die Sonne verdecken, kündigen das Wirken finsterer Mächte an.
Spätestens das Auftauchen des ersten Vampirs, einem im Wald verschwundenen Kind, das mit einer zu einer Grimasse verzerrtem Lächeln und dämonischen Augen am Fenster seines Bruders kratzend um Einlass bittet, sorgt für allerfeinste Gänsehaut-Atmosphäre.


Ralphie Glick besucht seinen Bruder


Die Maskenbildner haben bei den Vampiren hervorragende Arbeit geleistet. Die Blutsauger werden der Bezeichnung "Untote" mehr als gerecht mit ihren blassen Gesichtern, den seelenlosen Augen und bräunlichen Zähnen, die aus dem von Fäulnis durchsetzten Zahnfleisch ragen.
Dass man wie der Lehrer Jason Burke beim Anblick von Mike Ryerson im Schaukelstuhl durch puren Horror einen Herzinfarkt erleiden kann, erscheint nur allzu gut nachvollziehbar.


Mike Ryerson: "Look at me, teacher. Look at me!"


Das permanente unangenehme Gefühl von drohendem Unheil ist in beinahe jeder Szene vordergründig. Trotz der Liebesgeschichte zwischen Susan und Ben kommt kein Gefühl von Romantik auf. Wenn sie sich in einer dunklen Nacht an einen See setzen, um die traute Zweisamkeit zu genießen, überrascht es kaum, dass sie nur wenige Augenblicke später eine Leiche finden.
Und wenn Danny Glick im Krankenhaus wieder nächtlichen Besuch von seinem Bruder erhält und wie hypnotisiert Richtung Fenster wankt und dabei sein Tropf samt Infusionsständer lautstark auf den Boden knallt, hat das trotz der Vorhersehbarkeit des Ereignisses einen nicht zu verleugnenden Schreck-Effekt.
Überhaupt ist der Einsatz von Soundeffekten außerordentlich gut orchestriert. Das Knarren des Schaukelstuhls im leeren Zimmer, das Nerven zerreißende Kratzen der Vampire über Fensterglas oder das plötzliche Fauchen von Marjorie Glick im Leichenschauhaus - wer erinnert sich nicht an diese Szenen?
Der wunderbare klassische Horrorfilm-Score, der eine Emmy Nominierung erhielt, unterstützt die Atmosphäre hervorragend.


Unverwechselbare Charaktere


Einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen auch die Schauspieler, die diese CBS-Miniserie durch ihr Charisma und ihre Überzeugungskraft bereichern.
Allen voran muss natürlich der britische Darsteller James Mason (Italofans auch aus "Auge um Auge" bekannt) Erwähnung finden. Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten Siebzigjährige Mime wirkt in der Rolle des Mr. Straker auch ganz ohne Maske durch und durch perfide und diabolisch.
Seine sorgsam gewählte Ausdrucksweise und sein englischer Akzent eigneten sich bestens für die Rolle des mysteriösen europäischen Antiquitätenhändlers, der ausgerechnet das Marsten Haus bewohnt.
Man kann sich wahrlich keine exzellentere Wahl für diese Rolle denken als Mason.


Diabolisch: James Mason als Mr. Straker


Der leider im vergangenen Jahr verstorbene Geoffrey Lewis ging vor allem für seine Rollen in amerikanischen und Italo-Western in die Annalen der Filmgeschichte ein.
So wie Jack Nicholson für mich immer Jack Torrance ("Shining") bleiben wird, ist und bleibt Lewis der sinistre Totengräber Mike Ryerson, der sowohl als Mensch als auch als Vampir Furcht einflößend aussieht. Die oben eingefügten Bilder sollten für sich sprechen.

Der aus der TV-Serie "Starsky und Hutch" (1975) bekannte David Soul überzeugt als Ben Mears und stellt unter Beweis, dass er mit ausreichend Talent für die große Leinwand ausgestattet war. Er wirkt überzeugend und sympathisch, die zunehmend von ihm Besitz ergreifenden Emotionen wie Angst, Verzweiflung und Entsetzen nimmt man ihm jedenfalls ohne mit der Wimper zu zucken ab.

Für unvergessliche Momente sorgt auch der in Deutschland geborene George Dzundza in der Rolle des Bier saufenden rachsüchtigen Ehemanns. Intensiv und bedrohlich, unberechenbar und beinahe dem Wahnsinn verfallen steht Dzundza als gehörnter Ehemann Cully Sawyer vor seinem Bett. Sein Ehebett, in dem er seine attraktive Frau Bonnie und ihren Chef und Langzeitlover Larry Crocket, auf frischer Tat ertappt. Mit seinem Gewehr in der Hand.


Cully droht Ehefrau Bonnie...


... und verängstigt Liebhaber Larry


Auch die Kinder-Darsteller sind mit Sorgfalt gecastet. Nur Bonnie Bedelia als Susan Norton bleibt etwas blass, was aber in erster Linie dem Drehbuch geschuldet ist. Susan wirkt kindlich-naiv und kaum wie eine erwachsene und schon gar nicht wie eine emanzipierte Frau. Wenn sie sich mit ihrem schüchternen Schulmädchen-Augenaufschlag zuckersüß nuschelnd bei Ben Mears vorstellt und als Antwort auf seine Frage "What's your name?" haucht: "Susan... (verlegene Pause)... Norton. I teach art at Holly Elementary. My father's a doctor in town.", kostet das mich jedes Mal ein mitleidiges Lächeln.


"Jason, do you believe a thing can be inherently evil? The Marsten house, for instance. Can it be evil in ins stone foundations, in its wooden beams? In the glass of its windows? In the plaster of its ceilings?"

Ben Mears


Das Marsten Haus - auch am Tag spooky


Die Fassade der Marsten Villa übertrumpft in Punkto Bedrohlichkeit locker das Amityville Haus und muss auch den Vergleich mit der gespenstischen Atmosphäre eines Overlook-Hotels nicht scheuen. Stolz thront es auf einem Hügel über der Stadt und scheint die Bevölkerung zu verhöhnen. Nicht einmal das große Feuer des Jahres 1951, das beinahe die ganze Stadt zerstörte, konnte ihm etwas anhaben. Der Wind hatte sich in letzter Sekunde gedreht, wodurch das Marsten Haus verschont blieb.
Auch was die Inneneinrichtung betrifft, wurde von den Set-Designern hervorragende Arbeit geleistet.
Staub, Moder, Schimmel und vom Holz abblätternde Farbschichten wirken im Zusammenspiel mit den obskuren Wanddekorationen (ausgestopfte Tiere und Hörner) mehr als unbehaglich.


Der (heimliche) Star


Unter beinahe zentimenterdicken Makeup-Schichten verborgen und nicht einmal in den Credits aufscheinend prägte Charakterkopf Reggie Nalder in der Rolle des Obervampirs Kurt Barlow "Brennen muss Salem" nachhaltig.
Trotz seiner bescheidenen Screen Time gelang es ihm, (zumindest in Übersee) den Status eines Kult-Monsters zu erlangen.
Der in Wien geborene Österreicher Alfred Reginald Natzler alias Reggie Nalder ("Der Mann, der zuviel wusste", "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Hexen bis aufs Blut gequält") hatte bereits vor seinem Unfall, bei dem die untere Hälfte seines Gesichts entstellt wurde, eine ganz spezielle Optik. Wobei nicht ganz eindeutig geklärt ist, ob ein Brandunfall oder ein Säure-Attentat für seine Entstellung verantwortlich war. Nalder erzählte selbst unterschiedliche Versionen zu dem Vorfall.
Ein weiteres kleines Mysterium ist bzw. war das tatsächliche Alter des Österreichers. Er selbst gab 1922 als sein Geburtsjahr an und dieses Datum war auch auf seiner Sterbeurkunde vermerkt. Doch später sollten in seinem Nachlass Fotos auftauchen, die belegen, dass er bereits in den 1920er Jahren als Bühnenschauspieler in Wien umtriebig war. Daher ist davon auszugehen, dass er tatsächlich zwischen 1898 und 1905 das Licht der Welt erblickte.

Bei den Dreharbeiten zu "Brennen muss Salem" wurde Nalder laut eigener Aussage zwar mit einer aufwändigen und schmerzvollen Maske und unangenehmen Kontaktlinsen malträtiert, aber wie ein Star behandelt und gut bezahlt.
Reggie Nalder selbst dazu in einem Interview (entnommen aus der Zeitschrift Video Watchdog, Ausgabe Mai/Juni 1993): "The makeup and contact lenses I had to wear were rough at first, but I liked the money best of all!!!"

Das Aussehen von Barlow kann als Hommage an Murnaus totenkopfartigen mit langen Krallen und rattenähnlichen Zähnen ausgestatteten Vampir Nosferatu gesehen werden.


Barlow, der farbige Bruder von Murnaus Nosferatu


Barlow in Nahaufnahme


Um 80 Minuten gekürzt...


Für mich stellt es ein unbegreifliches Rätsel dar, was sich die Verantwortlichen davon versprochen haben, "Brennen muss Salem" von 182 Minuten auf eine rund 100 minütige Fassung (die Angaben dazu variieren lediglich um ein paar Minuten) zusammenzukürzen und Letztere exklusiv auf dem europäischen Markt zu verbreiten. Dass die Kurzfassung explizitere Szenen beinhaltet, ist ein unbestätigtes Gerücht.
Ich erachte es nicht als notwendig, an dieser Stelle auf die Schnittberichte einzugehen, denn bei diesem Laufzeitunterschied dürfte ohnehin jedem Filmfan klar sein: Wer "Brennen muss Salem" bislang ausschließlich in dieser Version gesehen hat, hat ihn gar nicht gesehen.
Das zweite große Rätsel in Zusammenhang mit diesem gruseligen Vampirstoff erscheint mir, dass dieses Meisterwerk trotz seinem offensichtlichen Kultstatus in Amerika vom Rechteinhaber Warner nach wie vor absolut stiefmütterlich behandelt wird.
Es existiert eine amerikanische DVD mit guter Bildqualität, auf der sich außer dem Trailer allerdings kein weiteres Bonusmaterial befindet. Ende der Fahnenstange.


"Brennen muss Salem" und ich


Ob die mangelnde Beliebtheit von "Brennen muss Salem" im deutschsprachigen Raum nun der schwachen Veröffentlichungspolitik geschuldet ist oder ich diesem Werk einfach hoffnungslos und bedingungslos verfallen bin, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ich kann nur jedem empfehlen, dem Film in der Langfassung eine Chance zu geben.
Für mich ist diese TV-Produktion neben "The Texas Chainsaw Massacre" die beste Regiearbeit von Tobe Hooper.
Den Roman habe ich selbstverständlich gelesen. Nicht nur einmal, sondern vier oder fünf Mal. Zuletzt, als ich mir die "Luxusedition" im Samteinband (siehe Foto unten) gegönnt habe.
Trotz deutlicher Unterschiede stehen für mich beide Werke für sich und ich könnte mich nur schwer entscheiden, ob ich dem Roman oder der Mini-Serie den Vorzug gebe. Zum Glück muss ich das nicht.


Lieblingszitate:


"I think that an evil house attracts evil men."
Ben Mears über das Marsten Haus

"You'll enjoy Mr. Barlow. And he'll enjoy you."
Mr. Straker zu Ben Mears

Jason Burke zum Vampir Mike Ryerson: "I revoke my invitation!"
Mike: "You'll sleep by the dead, teacher."

"Throw away your cross. Face the master. Your faith against his faith. Could you do that? Is your faith enough?"
Mr. Straker fordert den Priester auf, dem Vampir Barlow gegenüberzutreten





Foto: DVD von Warner




Foto:  Die "Uncut-Luxusedition" des Paul Zsolnay Verlags mit Vor- und Nachwort des Autors, aus dem Originalmanuskript gestrichenen Szenen und den Erzählungen "Eins für unterwegs" und "Jerusalem's Lot"



Samstag, 5. März 2016

COSA AVETE FATTO A SOLANGE? (1972)














DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL
Deutschland, Italien 1972
Regie: Massimo Dallamano
DarstellerInnen: Fabio Testi, Karin Baal, Joachim Fuchsberger, Cristina Galbó, Camille Keaton, Günther Stoll, Claudia Butenuth, Maria Monti u.a.


Inhalt:
Der gebürtige Italiener Enrico Rosseni und seine aus Deutschland stammende Frau Herta unterrichten an einer katholischen Mädchenschule in London. Gigolo Enrico, der eine heimliche Liebesbeziehung zu seiner Schülerin Elizabeth unterhält, wird fuchsteufelswild, als das Mädchen bei einem romantischen Bootsausflug plötzlich zu schreien anfängt. Er ist nämlich der Meinung, sie hat wieder einmal einen Anflug von Prüderie und will ihn auf Distanz halten. Doch sie hat zwischen den Bäumen ein Messer blitzen gesehen und vermutet ein Verbrechen.
Enrico schenkt Elizabeth erst Glauben, als er am nächsten Morgen im Radio von einem Mord an der Themse hört. Er fährt hin, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass er gestern ganz in der Nähe des Tatorts war, verliert an Ort und Stelle seinen Kugelschreiber und gerät so ins Visier der polizeilichen Ermittlungen. Die Ermordete war eine seiner Schülerinnen und bald stellt sich heraus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Und der Schlüssel zu Allem scheint ein verschollenes Mädchen namens Solange zu sein. Was ist mit ihr passiert und wer kann den Wahnsinnigen stoppen?


Sunnyboy trotz Polizei im Haus


Die schmachtende Ehefrau


Es waren einmal ein deutscher und ein italienischer Filmproduzent. Die beiden waren sich über die Vermarktungsstrategie des gemeinsamen Werks nicht ganz einig.
Der eine, Horst Wendlandt, wollte den Film als eine Erweiterung der in der Bundesrepublik damals so beliebten Edgar Wallace Reihe sehen. Der andere, Fulvio Lucisano, intendierte einen Giallo auf den Markt bringen.
Das Ende dieser Geschichte ist schnell erzählt. Für die Verbreitung im deutschsprachigen Raum wurden explizite Szenen mit Nacktheit und Gewalt weitestgehend entfernt, in Italien flimmerte der Streifen in seiner vollen Schlüpfrigkeit über die Leinwände.

"Das Geheimnis der grünen Stecknadel" ist ein Paradebeispiel des für die damalige Zeit typischen italienischen Exploitationkinos, ein Stück filmische Zeit- und Gesellschaftsgeschichte.
Mit dem adretten Stuntman Fabio Testi ("Die Rache der Camorra", "Racket") konnte ein besonders glaubwürdiger Schauspieler für die Rolle des Casanova-Lehrers gewonnen werden.
Womit auch die eng gesteckten allgemeinen Grenzen einer glaubwürdigen Story schon so ziemlich erreicht wurden. Denn der Rest bewegt sich in eher seichten Gefilden.
Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist das aber gar nicht weiter schlimm und schon gar nicht für eingefleischte Fans des Kinos der Siebziger bzw. im Kosmos des Giallo-Universums.
Denn Langeweile kommt nun wirklich keine auf, es gibt in beinahe jeder Szene etwas zum Schmunzeln oder auch zum Stirnrunzeln. Manchmal natürlich auch beide Varianten gleichzeitig.
Ein klassischer Grimassen-Giallo also.

Wenn die Schülerinnen auf der katholischen (!) Mädchenschule im prüden England Schuluniformen tragen, die bedeutend kürzer sind, als es je ein Papst erlaubt hätte und beim Sportunterricht Kleidchen, die kaum ihre Hinterteile bedecken, wenn der Sportlehrer Rosseni auf dem Schulgelände sein Jogging-Dress bis fast zum Bauchnabel offen trägt, dann weiß man einfach, wie der Hase läuft bzw. worauf Dallamano hinaus wollte.
Die voyeuristischen Nacktszenen und Gewaltspitzen hat der mit einem besonderen Auge für Schmuddel begnadete Joe D'Amato (Regie bei "Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf" oder "Man-Eater") als Kameramann auf degoutante Art und Weise eingefangen.
Dabei ist es absolut kreativ, was sich die Macher des Films einfallen ließen, um das an sich nicht besonders ergiebige Drehbuch aufzupeppen. Besonders die Szene mit dem Milch-Model ist der beste Beweis für testosterongeschwängerte Kreativität. Selten wurden Milch (also klassische Kuhmilch) und sleazige Erotik gekonnter verknüpft. Vielleicht abgesehen davon, was unsere geschätzte Bärbel Bouchet in "Die Rache des Paten" mit dem weißen Eutersaft so aufführt. Da musste ich doch gleich zwei Mal hinsehen, um es zu glauben...

Unseren genre-gestählten Augen bieten sich außerdem noch einige exquisit ausgesuchte DarstellerInnen.
Da wäre zum Einen die wunderschöne zarte Elfe Cristina Galbó in der Rolle der Schülerin Elizabeth, die sich zwei Jahre später als Edna mit ihrer hässlichen drogenabhängigen Schwester und noch hässlicheren Zombies in "Leichenhaus der lebenden Toten" herumschlagen musste.
Oder die intensiv spielende Camille Keaton in der Rolle der Solange, die das Publikum im später entstandenen "I spit on your grave" nachhaltig beeindruckte.

Karin Baal, die durch den Film "Die Halbstarken" in den Fünfzigern quasi über Nacht bekannt wurde und in Punkto Ausstrahlung und Talent unter den deutschen Schauspielerinnen ihresgleichen sucht, gab ihr Bestes in der etwas eigen angelegten Rolle der Herta.
Die zu Beginn etwas spröde und frustriert, aber doch selbstbewusst wirkende Deutsche taut nur allzu schnell und bereitwillig wieder auf als ihre Konkurrentin aus dem Rennen ist und gibt sich von da an redlich Mühe, das angepasste Frauchen zu mimen. Wirklich herzerweichend, wie sie ihren Göttergatten anschmachtet.
Alles vergeben und vergessen. Frei nach dem altbekannten Motto beinahe sitzen gelassener Ehefrauen: "Hat er das Mädel nicht defloriert, ist ja nichts passiert!" Also Schwamm drüber.
Joachim "Blacky" Fuchsberger spielt den Scotland Yard Kommissar mit der gewohnt routinierten Ernsthaftigkeit.
Günther Stoll (sehr charismatisch im Giallo "Blutspur im Park") macht sich gut in der Rolle des fragwürdigen Schuldirektors, der der Liaison zwischen Gigolo Enrico und Schülerin Elizabeth besonders viel Verständnis entgegen bringt. Eh klar, immerhin ist sie so ein hübsches Mädchen und dazu noch im selben Alter wie seine Tochter. Muss man doch verstehen.

Die Lehrer des "St. Mary's Catholic College for girls" machen dem Klischee von dubios wirkenden älteren Männern, die sich gerne mit jungen Mädchen umgeben, alle Ehre und sind durch die Bank Charaktere, wie sie in jedem Sleaze-Lexikon stehen sollten.
Die Schülerinnen sind tendenziell skrupellose windige Luder, die außer Sex und Gruppenduschen nicht viel im Kopf haben. Da haben wir's mal wieder. Kaum entzieht man Mädchen die Gesellschaft des anderen Geschlechts, mutieren sie zu nach Männern geifernden Sexmonstern.
Wohl wissend um den Inhalt des Films kann man sich (abgesehen von den härteren Szenen) entspannt zurücklehnen, die wunderbare Melodie von Meister Ennio Morricone genießen und sich amüsieren.
Apropos Amusement: Queen Elizabeth wäre bestimmt absolut "not amused" wenn sie wüsste, was die schamlosen Italiener damals innerhalb ihres Herrschaftsgebietes so gedreht haben...




Foto: DVD von Shriek Show, Universum und IIF Home Video




Foto: Blu Ray von Arrow Video



Foto: Blu Ray von Koch Media